Unser GEO-Konzept

 

Was verbirgt sich dahinter?

In diesem Konzept sind die Schwerpunkte, die im Kindergarten der Kulturen eine wichtige Rolle spielen, verankert. Mit dem folgenden Schaubild wird ersichtlich, welche Schwerpunkte das sind und dass diese ineinander verwoben und dadurch miteinander verknüpft sind.

Dieses Konzept „GEO“, wurde von der Gründerin Melanie Haub zur ihren Zeiten als Trägerin des Kindergarten der Kulturen erarbeitet und implementiert. Es wird nun von uns als neuen Träger weitergelebt.

Wofür steht das „G“?

 

Globales Lernen – Eine Welt: nachhaltig.sozial.gerecht.

Globales Lernen ist die pädagogische Antwort auf die Globalisierung und…

…bedeutet für uns, mit den Kindern globale Zusammenhänge unter die Lupe zu nehmen, zu verstehen und in das eigene Handlungsumfeld einzubauen.

Damit drücken wir aus, dass globales Lernen schon im Kleinkindalter beginnt. Wir möchten für eine soziale, nachhaltige und gerechte Welt einstehen und dies den Kindern im Alltag vermitteln. Grundwerte wie Gerechtigkeit, Sozialverhalten und das Bewusstsein für „Eine Welt“ spielen dabei eine große Rolle.

Das möchten wir unter anderem erreichen mit folgenden Themen:

  • Austausch mit unserem Partnerkindergarten in Salem Uganda in Ostafrika
  • Thema Fairer Handel
  • Thema Nachhaltigkeit
 
 
Partnerkindergarten Salem

Eine Partnerschaft mit einem ausländischen Kindergarten bietet viele Möglichkeiten, interkulturelles und globales Lernen zu fördern. Sie regt dazu an, dass sich die Kinder näher mit dem Land und den kulturellen Gewohnheiten der Kinder dort beschäftigen.

Wir pflegen mit dem Kindergarten Salem in Uganda eine Partnerschaft, um globales Lernen direkt in der Praxis zu erleben und so ganz spielerisch über die Kultur und das Leben in einem afrikanischen Dorf zu lernen.

 

Fairer Handel

Das Thema Fairer Handel wird auf verschiedenen Ebenen eingebunden:

  • Aktionen wie faires Frühstück oder faires Mittagessen
  • Fairer Handel als Kriterium für unseren Einkauf
  • Teilnahme am Programm FaireKITA und Auszeichnung als FaireKITA

Damit der faire Handel nicht nur innerhalb des Kindergartens einen festen Platz hat, sondern auch in der Wahrnehmung der Eltern größere und dauerhafte Aufmerksamkeit bekommt, finden z. B. ein faires Frühstück oder faires Mittagessen statt. Dabei möchten wir über den fairen Handel und die in diesem Rahmen verwendeten Produkte informieren.

Zudem achten wir beim Einkauf unserer Waren darauf, wo die Waren herkommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden.
So greifen wir soweit möglich bei Backzutaten z. B. zum Kakaopulver oder Zucker aus Fairem Handel. Auch südländische Produkte mit regelmäßigem Konsum wie Kaffee stammen aus Fairem Handel. Wobei regionale Produkte  Vorrang haben, z.B. der heimische Apfelsaft
vor fairem Orangensaft.

Für eine Verankerung im Alltag nehmen wir am Projekt FaireKITA teil. Dabei können Kinder auf ganz spielerische Weise lernen, dass die Waren, von denen sie umgeben sind, eine Herkunft haben. Ein Blick über den Tellerrand zu den Familien in anderen Teilen der Welt, die unseren Kakao und die Baumwolle für unsere T-Shirts anbauen, kann helfen die Welt zu verstehen. Das kindgerecht aufbereitete Spiel-
und Informationsmaterial richtet sich schwerpunktmäßig an die Vorschulkinder.

 
Nachhaltigkeit

Unter dem Aspekt Nachhaltigkeit verstehen wir, Verantwortung zu übernehmen für einen fairen und nachhaltigen Konsum. Büro- und Bastelmaterial, unsere Spielsachen, die Verpflegung, Möbel uvm. kaufen wir überwiegend nach folgenden Kriterien ein:

ökologisch · regional · fair · second hand · nachhaltig

Diesen Ansatz versuchen wir auch mit den Kindern zu thematisieren, indem wir darauf eingehen, was wir kaufen und wo wir einkaufen.

 

 

Wofür steht das „E“?

 

Erziehungsbild – Reggio-Pädagogik: entdecken.erleben.erforschen.

Reggio ist kein festes Pädagogik-Modell, sondern eine Erziehungsphilosophie, die nach 1945 in den Krippen und Kindergärten der norditalienischen Stadt Reggio Emilia entstand. Inzwischen ist der Reggio-Ansatz weltweit verbreitet. Zentrales Prinzip ist, dass Kinder durch ihre Wissbegierde und Kreativität die eigene Entwicklung maßgeblich bestimmen und dabei von Erwachsenen begleitet – und nicht angeleitet – werden sollen.

Die Philosophie der Reggio-Pädagogik
Kinder sollen durch Experimente die Welt für sich entdecken, sie sollen keine fertigen Lösungen serviert bekommen. Pflichtprogramme gibt es hier ebenso wenig wie eintönige Schablonen-Kunstwerke. Zur Reggio-Philosophie gehört es, jedes Kind seine eigene Ausdrucksform finden zu lassen und ihm die Materialien dafür bereitzustellen. Die Kinder dürfen und sollen selbst entscheiden, was sie machen möchten. Die Kinder lernen dabei individuell und in einem Gemeinschaftsprozess von und miteinander. Kindern fällt eine Menge ein, wenn sie sich selbst darüber Gedanken machen, was sie wissen wollen. Und oft wird daraus ein Projekt. Philosophie ist auch, den Kindergarten als Teil
der ganzen Gesellschaft zu sehen und für die große, weite Welt offen zu sein.

Wir orientieren uns in vielerlei Hinsicht an dieser Philosophie. Den Reggio-Ansatz findet man z.B. in unserer Raumgestaltung. Viele innen liegende Fenster gestatten Durchblicke, Einblicke und Ausblicke. Beziehungen zu den Kindern in den anderen Bereichen sind also jederzeit möglich. Sie werden nicht durch Türen oder Mauern abgeschnitten. Dies fördert die von uns geschätzte Transparenz und damit einhergehende Offenheit. In unserem Essbereich in der Mitte zwischen den beiden Gruppenräumen kreuzen sich die Wege der Kinder. Er soll die Kinder dazu einladen sich zu begegnen, hier auch zu spielen oder auszutauschen. Auch in der Welt draußen sollen sich die Kinder und späteren Erwachsenen begegnen und offen aufeinander zugehen.

Unsere Wände bieten viel Platz als Ausstellungsraum, an denen Arbeiten, Fotos und Geschichten der Kinder platziert werden, um sie für alle sichtbar zu machen. Grundlagen der Reggio-Pädagogik spiegeln sich auch in der Beobachtung, der Rolle der Erzieher/in und dem Bild vom Kind wieder. Zudem erfolgt eine Anlehnung an das offene Konzept in Bezug auf eine zeitweise Öffnung der Gruppen, in Bezug auf eine Kommunikation nach außen z. B. Besuche im Umfeld oder von interkulturellen Vereinen, Kennenlernen der Umgebung, sowie in Bezug auf die Einbindung der Eltern.

 

 

Wofür steht das „O“?

 

kulturelle Offenheit – Vorurteilsbewusst: Menschen.Länder.Sprachen.

Interkulturelle Bildung ist die Vermittlung von interkultureller Kompetenz, damit eine positive Wertschätzung von kultureller Vielfalt und individueller Verschiedenheit entsteht.

Der Kindergarten der Kulturen wird zum lebendigen Platz interkulturellen Lebens. Er soll für die Kinder, Eltern und auch für die PädagogInnen ein Ort der Begegnung, des gegenseitigen Verstehens und Vertrauens sein.

Die interkulturelle Erziehung beinhaltet dabei folgende Aspekte:

  • Allgemeine Wertschätzung interkultureller Vielfalt
  • Rücksicht und Eingehen auf die im Kindergarten vertretenen Kulturen
  • Einbezug der Eltern
  • Interreligiöser Respekt

Spielerisch lernen die Kinder:

  • Einblicke in fremde Lebensgewohnheiten und Traditionen
  • Vergleiche zwischen der eigenen und fremden Kultur
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten erkennen, tolerieren und verstehen
  • Vorurteilsfreies Zugehen auf fremde Kulturen und Interesse für andere Gewohnheiten

Das passiert im Alltag oder bei Projekten/Angeboten z. B. durch Zubereiten von internationalen Speisen, durch Geschichten, Bücher, Tänze und Musik aus verschiedenen Ländern.

Auch durch den Kontakt zu neuen Sprachen begegnen die Kinder anderen Kulturen. Dabei geht es nicht darum, eine neue Sprache zu erlernen und flüssig zu sprechen. Viel mehr fließen Sprachen spielerisch in den Alltag ein z. B. durch ausländische PraktikantInnen, zweisprachige „Vorleseprojekte“, unsere zahlreichen mehrsprachigen Bücher.

Natürlich spielt hier auch unsere beliebte Esel-Handpuppe Mr. Donkey eine wichtige Rolle, die nur in der englischen Sprache begrüßt, Geschichten erzählt oder mit den Kindern singt.

Im Laufe ihrer Kindergartenzeit erleben die Kinder neue Sprachen, lernen jedoch keine Zweitsprache. Es erfolgt aber eine Sensibilisierung
für einen leichten Zugang zu fremden Sprachen.